Warum Wildpflanzen?

Warum Wildpflanzen?

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Mit dem Pflücken von Wildpflanzen habe ich als Kind begonnen, zusammen mit meinen Großeltern. Heute ist das nicht mehr nur eine Freizeitbeschäftigung: Es ist für mich zu einer echten Notwendigkeit geworden. Ich suche gezielt nach den guten Eigenschaften der Wildpflanzen, die von ihren Lebensbedingungen und dem Ort, an dem sie wachsen, abhängen. Antioxidantien bildet eine Pflanze, um sich gegen verschiedene Gefahren (Insekten, Klimaveränderungen, UV-Strahlung) zu verteidigen, und aus dem Boden entnimmt sie Mineralien, die verschiedene Funktionen gewährleisten (Festigkeit, Stoffaustausch zwischen den Zellen).

Wenn man Pflanzen auf einem zu stark bewirtschafteten, ausgelaugten Boden anbaut, ohne andere Pflanzen und Insekten, enthalten sie immer weniger Nährstoffe, Vitamine und Mineralsalze ... und unsere moderne Ernährung basiert häufig auf diesen inhaltsarmen Lebensmitteln. Selbst, wenn es sich um Bio-Produkte handelt. Pflanzen aus intensiver Landwirtschaft sind groß und appetitlich, enthalten jedoch hauptsächlich Wasser und kaum Nährstoffe ... und auch nur wenig Geschmack. Wildpflanzen dagegen sind auf natürliche Weise reich an Mineralsalzen, Chlorophyll, Vitaminen und Antioxidantien.

Heute sind die lange in Vergessenheit geratenen sogenannten „wilden“ Pflanzen und Gemüsen aus verschiedenen Gründen wieder beliebt: Sie kosten nichts, sie sind umweltfreundlich, sie regen zu kulinarischer Einfachheit und Kreativität an und sie haben einen hohen Gehalt an Nährstoffen. Es geht nicht darum, zur Natur zurückzukehren und nur noch Wildpflanzen zu essen – dies wäre übrigens unmöglich, da es dafür nicht genügend Wildpflanzen gibt! Wildpflanzen dagegen als Nahrungsergänzung zu nutzen, ist ein wahrer Segen. Sie enthalten eine geheime, lebendige und vibrierende Pflanzenalchemie, die für das optimale Funktionieren unseres Körpers unabdingbar ist. Wildkräuter regenerieren und remineralisieren den Körper zum Beispiel, außerdem eliminieren sie Fette und nicht ausgeschiedene Säuren.

Wir müssen nach und nach wieder die Kunst lernen, gesunde und ungiftige Wildgewächse zu erkennen, sie zu pflücken und zuzubereiten.


Mein Rezept des Monats

Fenchel-Carpaccio mit Kirschen, essbaren Blüten und Kräutern mit Anisgeschmack  

 

Mein Ernährungstipp

Erbsen

Erbsen enthalten zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente, die Vitamine B und C sowie lösliche Ballaststoffe. Daher sind sie sehr gesund, vor allem, wenn sie frisch sind. Sie besitzen außerdem zwei antioxidative Pigmente, die für eine gesunde Netzhaut unverzichtbar sind. Erbsen werden im Frühling sehnsüchtig erwartet. Zögern Sie nicht, Erbsen zu essen, denn ihre Saison ist kurz: von Mai bis Juli.

Erbsen mit Himbeeren und Minze  

Kirschen

Hauptsaison für Kirschen ist normalerweise im Juni. Sie sind für ihre antioxidativen Eigenschaften bekannt und außerdem eine gute Quelle für Vitamin C und Karotin. Kirschen sind reich an Ballaststoffen und Kalium, was ihnen harntreibende Eigenschaften verleiht und die Darmtätigkeit anregt.

Baiser mit Kirschen  

 

Meine wilde Ernte

Beinwell

Beinwell ist eine Pflanze, die manchmal zu den in Vergessenheit geratenen Gemüsen gerechnet wird. Die Blätter und Wurzeln sind essbar. Über den Geschmack der Wurzeln kann man sich streiten, die Blätter sind jedoch für ihr an Fisch erinnerndes Aroma bekannt. Beinwell-Blätter sind außerdem reich an Proteinen, Vitamin B12 (das Vegetariern oft fehlt), Kieselsäure und Kalium. Bitte beachten Sie jedoch: Beinwell und vor allem seine Wurzeln enthalten Pyrrolizidinalkaloide, welche die Leber schädigen, wenn man sie über längere Zeit täglich verzehrt.


Beinwell zubereiten
Sehr zarte, junge Blätter können als Salat verzehrt werden – alleine oder gemischt mit jungen Blattsalaten. Etwas ältere Blätter kann man wie Spinat zubereiten oder in Suppen, Quiches, Pfannkuchen und Füllungen verwenden. Die Stängel und die Stiele der großen Blätter können ebenfalls gekocht und wie Kardonen oder Mangold-Blattstiele verzehrt werden. Probieren Sie die Blätter auch paniert oder frittiert (mit Backteig umhüllt): Auf diese Weise zubereitet sehen sie merkwürdigerweise ähnlich aus wie Seezungenfilets und schmecken auch so.

Ausgebackene Beinwellblätter  

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