Gesunde Ernährung und angemessener Preis

Gesunde Ernährung und angemessener Preis

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Kann unsere Ernährung gleichzeitig gut für die Gesundheit, die Umwelt und das Tierwohl sein?

Ich denke, dass Preismaßnahmen einen Anstoß in die richtige Richtung geben können, doch leider haben kürzlich durchgeführte Marktuntersuchungen gezeigt, dass die Preise bei gesunden Lebensmitteln stärker gestiegen sind als bei ungesunden. Meiner Ansicht nach könnte man die Wirtschafts- und Steuerpolitik nutzen, um die Bürger beispielsweise durch gezielte Steuern und Subventionen dazu anzuregen, sich gesünder zu ernähren, denn der Preis beeinflusst stark, was die Menschen essen.

Und natürlich diktiert das, was wir essen, unter welchen Umständen produziert wird, sowohl im Hinblick auf das Tierwohl als auch auf die Umweltauswirkungen. Die Wahl der Lebensmittel, die wir konsumieren, hat nämlich positive oder negative Auswirkungen auf die Umwelt (Klima, Wasser- und Bodenqualität) und auf das Wohlergehen der Tiere, insbesondere, wenn es darum geht, ob wir uns für saisonale Bioprodukte aus lokaler Erzeugung entscheiden oder für Produkte, die Nachhaltigkeitsfaktoren nicht berücksichtigen. Hochwertige Lebensmittel mit „Nachhaltigkeits“-Label sind tatsächlich oft teurer, denn ihr Preis berücksichtigt versteckte Kosten. Unter „versteckten Kosten“ verstehe ich die Folgekosten, die durch die negativen Auswirkungen von Niedrigpreisprodukten verursacht werden, das heißt negative Auswirkungen von nicht-nachhaltigen Produktionsketten in allen möglichen Bereichen. Einige davon werden erst später sichtbar werden, wenn sich unser Leben durch den Klimawandel und dadurch, dass es kaum noch fruchtbare Böden und Trinkwasser gibt, erheblich verteuert.

Angesichts dieser dringenden Probleme ist es wichtig, die Bürger einzubeziehen und insbesondere Kindern die Kriterien für eine gesunde und verantwortungsbewusste Ernährung zu vermitteln. Durch Schul-Gemüsegärten, Kochunterricht und Besuche auf Bauernhöfen lernen Kinder, wie wichtig ein gesunder Boden ist und wie unverzichtbar Trinkwasser und Insekten sind. Sie entdecken auch, dass Gemüseanbau nur eine Frage von Geduld und Pflege ist. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder – und zwar selbst Kinder, die Gemüse hassen – am Ende sogar ganz wild auf Gemüse sind, wenn sie es selbst angebaut und geerntet haben.


Mein Rezept des Monats

Butternut-Kürbissuppe  

 

Mein Ernährungsrat

Kartoffeln

Kartoffeln gehören zu den wenigen stärkehaltigen Lebensmitteln, die Vitamin C enthalten, das als Antioxidans bekannt ist und die Aufnahme von Eisen verbessert. Um die Vitamine und Mineralstoffe von Kartoffeln so weit wie möglich zu erhalten, sollten sie lichtgeschützt gelagert und möglichst mit Schale dampfgegart werden. Wenn man sie vor der Zubereitung schält, entweichen die Vitamine und Mineralstoffe nämlich leicht in die Kochumgebung. Eine Portion von 300 g Kartoffeln deckt im Durchschnitt 42 % des Tagesbedarfs an Vitamin C.

Außerdem erhöht sich der glykämische Index von Kartoffeln durch längeres Garen im Ofen bei hoher Temperatur, durch Zerdrücken nach dem Garen (wie bei der Zubereitung von Püree) und durch Zerschneiden vor dem Garen (im Ofen oder in heißem Fett). Dies führt zu einer schnelleren Freisetzung von Einfachzuckern und zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel nach der Verdauung.


Walnüsse

Von allen Schalenfrüchten enthalten Walnüsse die meisten mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Omega-9-Fettsäuren. Zahlreiche Studien unterstreichen, dass sie vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erhöhten Cholesterinwerten, Typ-2-Diabetes und Dickdarmkrebs schützen.

Walnüsse sind reich an B-Vitaminen sowie an Selen, Zink und Kupfer, drei Mineralstoffen, die das Immunsystem stimulieren. Dadurch kurbeln sie den Stoffwechsel an und sind ein perfektes Mittel gegen Schlappheit und plötzliche Müdigkeit. Durch ihren hohen Ballaststoffgehalt bringen Walnüsse außerdem die Verdauung in Schwung. Zu Beginn des Winters ist eine Walnuss-Kur ein wirksames Mittel gegen Viren.

 

Meine wilde Ernte

Der Giersch (aegopodium podagraria) gehört zu den Pflanzen, die die meisten Gärtner hassen. Je mehr man ihn schneidet, desto mehr wächst er nämlich und breitet sich im Garten aus. Was soll man also tun? Ihn essen, natürlich! Und Sie können sich freuen, denn er ist ein ausgezeichnetes Wildgemüse, eines der nahrhaftesten und reichhaltigsten.

Das Kraut mit dem Petersilie-Karotten-Sellerie-Aroma weist mehrere Besonderheiten auf: Es ist völlig kahl (unbehaart), hat fein gezähnte Blätter und einen V-förmigen Stängel. Wenn man die Blätter zwischen den Händen zerreibt, entströmt ein angenehmer Zitrusduft.

Junge, zwischen April und Juni geerntete Blätter, die noch zart und glänzend sind, schmecken roh in Salaten ausgezeichnet. Wenn man sie am Ende der Garzeit zugibt, verleihen sie Pestos, Suppen oder auch Risottos ein angenehmes Aroma.

Wenn die Blätter am Ende der Saison ihren Glanz verlieren, jedoch noch zart sind, kann man sie in Gratins, Quiches und Soufflés zubereiten. Die Blütendolden können außerdem in Teig ausgebacken werden. Im Herbst kann man die zahlreich erscheinenden neuen Triebe in Salaten verwenden.

Kurzum, der Giersch sollte nicht als Feind des Gärtners, sondern als dessen Verbündeter betrachtet werden!

Giersch-Risotto mit Parmesan  

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