Es lebe hässliches Obst und Gemüse!

Es lebe hässliches Obst und Gemüse!

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Damit das Obst und Gemüse, das wir essen, gleich aussieht, wird es nach Gewichtsklassen sortiert und genormt, was sich nachteilig auf Geschmack und Nährwert auswirkt. Da unser Kaufverhalten stark von visuellen Eindrücken geprägt ist, müssen wir es überdenken und uns wieder daran gewöhnen, das zu verzehren, was die Natur uns bietet. Wegen ihrer unregelmäßigen, schiefen Form wirkt Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern komisch – und doch hat es so viel mehr zu bieten als nur die Reduzierung von Lebensmittelabfällen. Das bedeutet, dass es einer gewissen Erziehung bzw. Umerziehung bedarf, damit unsere Generationen wieder in Einklang mit der Natur leben und deren Eigenarten erkennen, um ihre Einstellung zum Verzehr pflanzlicher Lebensmittel ändern zu können.

Immer mehr Start-ups entstehen aus dem Wunsch heraus, Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern in Säften, Suppen und Marmeladen aus Zutaten „zweiter Wahl“ zu verarbeiten. Meiner Meinung nach muss dieser sehr spannende Ansatz durch zusätzliche Verbraucherinformationen über die Herkunft von ungenormtem Obst und Gemüse, über die Produktionsbedingungen sowie seine geschmacklichen und ernährungsphysiologischen Eigenschaften ergänzt werden.

Im 20. Jahrhundert wurden Normen für die Vermarktung von Obst und Gemüse eingeführt, um die Handelsbeziehungen im Fernabsatz zu erleichtern und falsche Warenangaben zu vermeiden. Mit diesen Regeln wurden eine gemeinsame Sprache und Marktregulierungen bei Überproduktion möglich.

Es gibt zwei Vermarktungsnormen:

  • die allgemeine Norm , die sich hauptsächlich auf Lebensmittel- und Gesundheitsmerkmale konzentriert, mit Mindestqualitäts- und Reifeeigenschaften.
  • spezielle Normen , zusätzlich zur allgemeinen Norm, mit Anforderungen an die Ästhetik der Produkte (Form, Farbe, Größe usw.).

Neben diesen speziellen und EU-Normen wenden viele Händler weitere Qualitätsstandards an. Diese dienen dazu, die Haltbarkeit der gelagerten Produkte zu verlängern, und betreffen hauptsächlich das Aussehen der Lebensmittel. Statt sich auf die geschmackliche Qualität von Obst und Gemüse zu konzentrieren, liegt der Schwerpunkt bei der Massenproduktion auf dem äußeren Erscheinungsbild der Produkte.

Dass sich große Konzerne diesen künstlichen Normen unterwerfen – im Gegensatz zu kleinen Produzenten, die das nicht können oder wollen –, hat negative Folgen: Obst und Gemüse aus fernen Ländern wird geerntet, bevor es reif ist, und landet noch grün und hart in unseren Geschäften. Um die Einheitlichkeit der Waren zu gewährleisten, werden häufig auch Unmengen an Pflanzenschutzmitteln eingesetzt – und natürlich werden alle aussortierten Waren weggeworfen! Obwohl diese Vorschriften seit langem Teil des Markts sind, ändern sich die Zeiten und diese Vermarktungsnormen müssen sich mit ihnen weiterentwickeln.

Die im Folgenden genannten drei Punkte helfen Ihnen, verantwortungsbewusster und ohne Verschwendung zu konsumieren:

  1. Vermeiden Sie Verschwendung durch zu hohe optische Ansprüche. Selbst wenn sich die Verbrauchsgewohnheiten zugunsten kurzer Vertriebswege ändern, ist es dennoch wichtig, heimische Frischeprodukte nicht aufgrund von Regeln und Verhaltensweisen zu benachteiligen, die sich aus langen Vertriebswegen ergeben, da dies unsere Produzenten zwingen würde, einen erheblichen Teil ihrer Erzeugnisse wegzuwerfen.
  1. Ändern Sie Ihr Konsumverhalten und kaufen Sie wieder Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern. Die Verbraucher müssen hierfür sensibilisiert werden, da es unerlässlich ist, dass wir der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen.
  2. Interessieren Sie sich für die geschmacklichen und ernährungsphysiologischen Qualitäten von „unschönen“ Produkten. Der Handel sollte seine Kommunikation noch stärker auf dieses Thema ausrichten und die Verbraucher vor Ort beraten und sie zum Verzehr dieser Produkte ermutigen.

Als Verbraucher haben aber auch wir eine Rolle zu spielen! Wir sollten wieder verantwortungsbewusster konsumieren und „unvollkommene“ Produkte mit natürlichen Schönheitsfehlern kaufen.


MEIN REZEPT DES MONATS

Jetzt haben schmackhafte heimische Äpfel Saison. Sie enthalten viele Ballaststoffe und sind je nach Sorte süß oder säuerlich. Äpfel eignen sich perfekt, um den kleinen Hunger zu stillen. Auch können sie gekocht als Beilage serviert werden und sie nehmen einen Ehrenplatz in Gebäck ein: Was ist köstlicher als Apfelkuchen, eine Apfeltasche oder ein Apfel-Beignet?

APFEL-TARTE MIT GESALZENEM BUTTERKARAMELL  

 

MEIN ERNÄHRUNGSTIPP

KÜRBISSE

Winterkürbisse haben aufgrund ihres höheren Gehalts an Kohlenhydraten mehr Kalorien als Sommerkürbisse. Sie sind ein zuverlässiger Lieferant für Kalium, die Vitamine A und C sowie Kupfer, Folsäure und Pantothensäure.

Die große Familie der Kürbisse bringt Sonnenschein auf unseren Teller. Da es Kürbisse in vielen verschiedenen Formen, Farben und Geschmacksrichtungen gibt, lassen sich aus ihnen sowohl süße als auch herzhafte Rezepte zaubern.

Geraspelt oder in dünne Scheiben geschnitten, können rohe Kürbisse für überraschende und originelle Vorspeisen verwendet werden. Sie passen hervorragend zu frischen Kräutern, Frischkäse sowie Zitrone und Obst.

Gekocht schmecken sie köstlich in Suppen, vor allem mit Karotten und Ingwer, aber auch in Risottos, Eintöpfen und Currys. Sie eignen sich perfekt für Gratins oder Pürees – mit Ahornsirup, Rosmarin, Nüssen, Knoblauch usw. können Sie ihnen eine persönliche Note verleihen.

Einige leicht süßlich schmeckende Kürbisse wie Riesen-Kürbis, Hokkaido und Butternut können zudem für köstliche Desserts (Kuchen, Torten und Muffins) verwendet werden.

 

MEINE WILDE ERNTE:

DIE ECHTE NELKENWURZ

Sammeln Sie Wurzeln, die auf trockenen, sandigen Böden mit viel Licht gewachsen sind. In unseren Regionen entfalten die kleinen Wurzeln im Mai ihr angenehmes Aroma von Gewürznelken. Ernten Sie dort, wo die Pflanze reichlich wächst und demnach genug davon übrig bleibt.

An sich ist diese Pflanze eine Apotheke: Sie wirkt tonisierend, adstringierend und wundheilend. Früher wurde sie zur Behandlung von Hämorrhoiden und Durchfall eingesetzt, als Aufguss wirkt sie auch gut bei Rheuma und Fieber. Heute wird sie vor allem zur Anregung einer trägen Verdauung und, wie Gewürznelken, zur Behandlung von Zahnproblemen verwendet.

REISEN SIE NACH ASIEN, OHNE DIE HEIMISCHE KÜCHE ZU VERLASSEN :


CHAI-TEE MIT NELKENWURZ UND SCHOKOLADE  

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